Qualitätssicherung in der Matratzenindustrie

(von Thomas Proessdorf)

Einleitung

Kosten bei Qualitätsmängeln

Herkömmliche Prüfungsarten zur Qualitätskontrolle

Zusätzliche, neue Prüfungsverfahren zur Qualitätskontrolle

Fazit

 

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Einleitung

In Zeiten immer kleinerer Fertigungsserien wird Qualitätssicherung in der
Matratzenindustrie immer wichtiger. In einer Serienproduktion erzeugt eine
fehlerhafte Matratze einen prozentualen Ausschuß. Bei Kleinserien oder im
schlimmsten Fall kundenspezifischer Produktion (1 Stück) steigt dieser
Quotient auf 100% (=Totalausfall !)

Dieser Artikel soll die Qualitätssicherung in der Matratzenproduktion, speziell im Bereich Fertigprodukt, behandeln. Was andere Industrien (wie z. B. die Automobilindustrie) schon lange praktizieren, findet nun auch langsam Einzug in die Matratzenindustrie. Schließlich stören Reklamationen den normalen Betriebsablauf und erzeugen Kosten.

Es wird den Betrieben nicht unterstellt, nichts zur Qualitätssicherung zu tun. Schließlich ist jedem Verantwortlichen klar, dass ungenügende Qualität im Endeffekt teuer wird.

Aber Hand aufs Herz: Gehen die Maßnahmen zur Qualitätssicherung über das Vermessen der Matratze oder über eine optische Kontrolle des Bezuges hinaus? Und wird diese Kontrolle an jeder Matratze vorgenommen?

 

Weiterführende Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Verfolgung an Fertigmatratzen behandelt dieser Artikel.

 

 

Kosten bei Qualitätsmängeln

(Im folgenden Beispiel wird von einer Matratze ausgegangen, die vom Händler schon an den Endkunden verkauft wurde. Die Matratze kommt ins Produktionswerk zurück und muss überarbeitet bzw. ersetzt werden)

Die Kosten bei schlechter Qualität lassen sich aufteilen in

-direkte Kosten
-indirekte Kosten

Direkte Kosten sind solche, die man sofort in Mark und Pfennig ausrechnen kann.

Dies sind (u.a.):

-Kommunikationskosten (Telefon, Fax)
-Transportkosten
-Personalkosten (in der Verwaltung, in der Produktion)

Bis zwischen Handel und eigener Verwaltung geklärt ist was an dieser Matratze nicht stimmt und wie weiter verfahren wird, sind schon die ersten Kosten aufgelaufen. Grob beschrieben setzten sich die Kosten folgendermassen zusammen:

Der Handel ruft an und reklamiert: ca. 10-15 min.

Intern wird der weitere Verfahrensweg erörtert: 10-15 min.

Der Rückläufer (Matratze) wird im Werk begutachtet: ca. 10-15 min.

Im einfachsten Fall läßt sich der Rückläufer reparieren (Zeit hängt vom Umfang der Reparatur ab).

Im ungünstigsten Fall muß die Matratze ersetzt werden. Zu den bisherigen Rücklaufkosten kommen die ursprünglichen Fertigungs- und Vertriebskosten der Matratze hinzu.

Dies alles sind direkte Kosten, die man kalkulieren kann. Unkalkulierbar aber deutlich vorhanden sind jedoch die indirekten Kosten. Diese Kosten dürften auf Dauer die größeren sein:

-Imageverlust
-Vertrauensverlust
-Negativwerbung
 
usw.

Nimmt man aus diesem Beispiel nur die o.g. Zeiten (ca. 45 min. in der Summe) und multipliziert diese mit seinem eigenen, werksinternen Stundensatz, so erhält man schon einen relativ hohen Betrag (im Verhältnis zum Matratzenpreis). Nimmt man alle Kosten zusammen, ergibt sich ein Betrag, der weit über dem Matratzenpreis liegen dürfte.

 

 

 

Herkömmliche Prüfungsarten zur Qualitätskontrolle

Bei den herkömmlichen Prüfungsverfahren ist der größte Teil an Qualitätsmängeln schon zu erkennen:

-Wareneingang
Sichtprüfung von angelieferten Materialien, Vergleich von Bestellung und Anlieferung.
Vermessen der Materialien und Überprüfung der Abmessungen.
-Näherei
Sichtkontrolle der Halbprodukte
Vermessen der Halbprodukte
Sichtkontrolle der fertigen Hülle (Flecken, abstehende Fäden, Nähte, genähte Ecken, Griffe usw.)
Vermessen der fertigen Hülle ( Sollwerte von Länge, Breite, Höhe)
-Kernproduktion
Sichtkontrolle des Kernes ( Saubere Verklebung, richtige Materialien)
 
-Fertigprüfung
Sichtkontrolle der bezogenen Matratze (Flecken, Fäden, sauber bezogen/vernäht, Ecken und Kanten gerade)
Vermessen der fertigen Matratze (alle Maße)

 

Zusätzliche, neue Prüfungsverfahren zur Qualitätskontrolle

Mit den o.g. Verfahren lassen sich schon viele Mängel feststellen. Doch
werden diese Qualitätskontrollen konsequent, bei allen gefertigten Matratzen
eingesetzt? Und wie wird die "Härte" einer Matratze beurteilt? Dieser
Parameter einer Matratze ist eigentlich der Wichtigste. Denn damit verbindet
der Kunde solche Dinge wie Schlafkomfort, Wohlbefinden, orthopädische
Ansprüche an die Matratze, Qualität, und Haltbarkeit einer Matratze (Lebensdauer).

Eine Prüfung jeder Matratze läßt sich zwar mit Personal realisieren, ist aber in der Praxis aus Kosten- und Zeitgründen nicht praktizierbar.

Es ist also eine automatisierte Lösung einzusetzen, die alle Parameter einer Matratze erfasst, mit Sollwerten vergleicht, und bei Abweichungen von Sollwert zu Istwert reagiert. Weiterhin sollte jedem Prüfling ein Prüfprotokoll zugeordnet werden können, dass die ermittelten Werte sowie eine Seriennummer enthält. (Diese Protokolle stellt nicht nur eine Möglichkeit zur Qualitätssicherung und Verfolgung dar, sondern ist auch ein ausgezeichnetes Mittel im Marketing. Schließlich hat der Endkunde die „Geburtsurkunde“ seiner eigenen Matratze vorliegen).

Eine automatisierte, rechnergestützte Lösung zur Vermessung und Datenerfassung einer Matratze ist die FillMatic Mess-Station DMS.

Diese Mess-Station arbeitet im Durchlaufbetrieb und wird vor der Verpackungsmaschine eingesetzt. Dabei werden die folgenden Parameter ermittelt:

 

-Länge
-Breite
-Höhe
-Gewicht
-Stauchhärte

Die ermittelten Werte werden mit den Sollwerten für diese Matratze verglichen (die Sollwerte sind im Rechner abgelegt). Bei Abweichung der Werte gibt die Anlage einen Alarm aus, bzw. lässt die Matratze nicht in die Verpackung fahren, sondern schleust sie seitlich aus. Der als Gut-geprüften Matratze wird ein Protokoll ausgedruckt und beigefügt. Die gemessenen Werte werden zusätzlich im Rechner abgelegt. Auf diese Art ist es möglich, eine interne Produktionsstatistik zu führen und auszuwerten. Einen Fehler direkt bei seinem Entstehen zu erkennen macht es leichter, ihn abzustellen. Schließlich will man die Ursachen bekämpfen, und nicht die Symptome.

 

Fazit

 

·         Qualitätsmängel verursachen Kosten, die in einem ungünstigen Verhältnis zum Matratzenpreis stehen.

·         Qualitätprüfung ist ein Muß, auch wenn es vordergründig nicht nötig erscheint.

·         Qualitätsprüfung sollte automatisiert ausgeführt werden. Nur so wird gleichmäßig und bei allen Matratzen gemessen.

·         Qualitätsprüfung ist auch ein Marketingfaktor.

 

 

Der oben stehende Artikel kann nur einen Überblick über das Thema geben. Für tiefergehende Informationen und konstruktive Kritik zu diesem Thema ist der Autor offen. In diesem Fall bitte kurze Mail an den Autor.


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