Qualitätssicherung
in der Matratzenindustrie
Herkömmliche
Prüfungsarten zur Qualitätskontrolle
Zusätzliche,
neue Prüfungsverfahren zur Qualitätskontrolle
Dieser Artikel soll die Qualitätssicherung in der Matratzenproduktion, speziell im Bereich Fertigprodukt, behandeln. Was andere Industrien (wie z. B. die Automobilindustrie) schon lange praktizieren, findet nun auch langsam Einzug in die Matratzenindustrie. Schließlich stören Reklamationen den normalen Betriebsablauf und erzeugen Kosten.
Es wird den Betrieben nicht unterstellt, nichts zur Qualitätssicherung
zu tun. Schließlich ist jedem Verantwortlichen klar, dass ungenügende
Qualität im Endeffekt teuer wird.
Aber Hand aufs Herz: Gehen die Maßnahmen zur Qualitätssicherung über
das Vermessen der Matratze oder über eine optische Kontrolle des Bezuges
hinaus? Und wird diese Kontrolle an jeder Matratze vorgenommen?
Weiterführende Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Verfolgung an
Fertigmatratzen behandelt dieser Artikel.
(Im
folgenden Beispiel wird von einer Matratze ausgegangen, die vom Händler
schon an den Endkunden verkauft wurde. Die Matratze kommt ins
Produktionswerk zurück und muss überarbeitet bzw. ersetzt werden)
Die
Kosten bei schlechter Qualität lassen sich aufteilen in
Direkte
Kosten sind solche, die man sofort in Mark und Pfennig ausrechnen
kann.
Dies
sind (u.a.):
Bis zwischen Handel und eigener Verwaltung geklärt ist was an dieser Matratze nicht stimmt und wie weiter verfahren wird, sind schon die ersten Kosten aufgelaufen. Grob beschrieben setzten sich die Kosten folgendermassen zusammen:
Der
Handel ruft an und reklamiert: ca. 10-15 min.
Intern
wird der weitere Verfahrensweg erörtert: 10-15 min.
Der
Rückläufer (Matratze) wird im Werk begutachtet: ca. 10-15 min.
Im
einfachsten Fall läßt sich der Rückläufer reparieren (Zeit hängt vom
Umfang der Reparatur ab).
Im
ungünstigsten Fall muß die Matratze ersetzt werden. Zu den bisherigen
Rücklaufkosten kommen die ursprünglichen Fertigungs- und Vertriebskosten
der Matratze hinzu.
Dies alles sind direkte Kosten, die man kalkulieren kann. Unkalkulierbar
aber deutlich vorhanden sind jedoch die indirekten Kosten. Diese
Kosten dürften auf Dauer die größeren sein:
Nimmt man aus diesem Beispiel nur die o.g. Zeiten (ca. 45 min. in der Summe) und multipliziert diese mit seinem eigenen, werksinternen Stundensatz, so erhält man schon einen relativ hohen Betrag (im Verhältnis zum Matratzenpreis). Nimmt man alle Kosten zusammen, ergibt sich ein Betrag, der weit über dem Matratzenpreis liegen dürfte.
Bei
den herkömmlichen Prüfungsverfahren ist der größte Teil an
Qualitätsmängeln schon zu erkennen:
Eine Prüfung jeder Matratze läßt sich zwar mit Personal realisieren,
ist aber in der Praxis aus Kosten- und Zeitgründen nicht praktizierbar.
Es ist also eine automatisierte Lösung einzusetzen, die alle Parameter einer Matratze erfasst, mit Sollwerten vergleicht, und bei Abweichungen von Sollwert zu Istwert reagiert. Weiterhin sollte jedem Prüfling ein Prüfprotokoll zugeordnet werden können, dass die ermittelten Werte sowie eine Seriennummer enthält. (Diese Protokolle stellt nicht nur eine Möglichkeit zur Qualitätssicherung und Verfolgung dar, sondern ist auch ein ausgezeichnetes Mittel im Marketing. Schließlich hat der Endkunde die „Geburtsurkunde“ seiner eigenen Matratze vorliegen).
Eine automatisierte, rechnergestützte Lösung zur Vermessung und
Datenerfassung einer Matratze ist die FillMatic Mess-Station DMS.
Diese Mess-Station arbeitet im Durchlaufbetrieb und wird vor der
Verpackungsmaschine eingesetzt. Dabei werden die folgenden Parameter
ermittelt:
Die ermittelten Werte werden mit den Sollwerten für diese Matratze verglichen (die Sollwerte sind im Rechner abgelegt). Bei Abweichung der Werte gibt die Anlage einen Alarm aus, bzw. lässt die Matratze nicht in die Verpackung fahren, sondern schleust sie seitlich aus. Der als Gut-geprüften Matratze wird ein Protokoll ausgedruckt und beigefügt. Die gemessenen Werte werden zusätzlich im Rechner abgelegt. Auf diese Art ist es möglich, eine interne Produktionsstatistik zu führen und auszuwerten. Einen Fehler direkt bei seinem Entstehen zu erkennen macht es leichter, ihn abzustellen. Schließlich will man die Ursachen bekämpfen, und nicht die Symptome.
· Qualitätsmängel verursachen Kosten, die in einem ungünstigen Verhältnis zum Matratzenpreis stehen.
· Qualitätprüfung ist ein Muß, auch wenn es vordergründig nicht nötig erscheint.
· Qualitätsprüfung sollte automatisiert ausgeführt werden. Nur so wird gleichmäßig und bei allen Matratzen gemessen.
· Qualitätsprüfung ist auch ein Marketingfaktor.
Der oben stehende Artikel kann nur einen Überblick über das Thema geben. Für tiefergehende Informationen und konstruktive Kritik zu diesem Thema ist der Autor offen. In diesem Fall bitte kurze Mail an den Autor.
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